Frauen reden über Wechseljahre

Was passiert, wenn Frauen anfangen zu reden

Über das Tabu der Wechseljahre, die Magie des gemeinsamen Wissens und warum du damit nicht allein sein musst

Kennst du das Gefühl, wenn du etwas schon lange weißt, und trotzdem keine Idee hast, wie du anfangen sollst, darüber zu sprechen?

Immer wieder habe ich es erlebt – auch  bei mir selbst. Vor Kurzem war ich in einem Workshop und da hat eine Frau sich getraut und einen echten Mutsprung gewagt. Dadurch war das Thema wieder sehr präsent für mich und genau deshalb lade ich dich ein und ermutige dich:

Fang an zu reden.

Was ist passiert? Diese Frau suchte nach Worten. Nach den richtigen Worten. Sie wollte etwas Wichtiges teilen, alle haben es gespürt. Und in ihr war diese innere Bremse, dieses Abwägen: Ist das hier der richtige Ort? Werden die anderen das verstehen? Bin ich peinlich?

Dann hat sie es ausgesprochen. Leise, ein bisschen zögerlich, hat sich Wort für Wort vorgetastet: Sie ist Mitte 40 und merkt, dass sich gerade etwas verändert – und es geht ihr nicht gut damit.

Was danach passierte, hat mich tief berührt und beeindruckt. Da war nichts Spektakuläres in dieser Situation, die so selbstverständlich hätte sein sollen und es trotzdem nicht war. Es folgte ein kurzes Schweigen.

Und dann begannen die anderen Frauen zu sprechen. Sie haben sich gezeigt. Eine nach der anderen. Mit ihrem Wissen, ihrer Erfahrung, ihrer Geschichte. Keine Ratschläge, keine schnellen Lösungen und vor allem kein: Da musst du durch, das geht doch den meisten Frauen so. Da war nur diese stille, kraftvolle Botschaft:

Du bist nicht allein damit.

Am Ende des Workshops war eine wundervolle Leichtigkeit im Raum und alle Frauen wussten, was für einen Schatz sie in dieser Runde gehütet hatten.

Ich frage mich seitdem nochmal mehr:
Wie viel von diesem Wissen und dieser Weisheit schlummert in uns und bleibt ungesagt, ungehört, weil wir nicht anfangen zu reden?

Das große Schweigen rund um die Wechseljahre.

Was mich an diesem Abend so bewegt hat, war nicht nur das Gespräch selbst. Es war das, was davor war: das Zögern, die Suche nach den richtigen Worten – und dieser Satz: „Darf ich das hier überhaupt ansprechen?“

Dabei betreffen die Wechseljahre jede Frau zwischen 40 und 60. Nochmal in Großbuchstaben: JEDE FRAU. So oder so, früher oder später, leise oder laut. Sie sind so grundlegend weiblich und menschlich wie das Leben selbst. Und trotzdem ist da immer noch so ein starkes Tabu, verbunden mit den Worten „ich will da einfach durch“ oder „ist  schon abgehakt, ich hab’s hinter mir.“

Warum ist das so? Ich glaube, wir haben super gelernt zu funktionieren. Wir haben gelernt, dass Schwäche keine Option ist, dass Veränderungen möglichst schnell und geräuschlos vonstatten gehen sollen. Und dann taucht da etwas auf, das sich nicht unsichtbar oder geräuschlos verhält. Der Körper schickt Signale – deutlicher als je zuvor. Die Stimmung verändern sich: von einer Sekunde zur nächsten, ohne Vorankündigung und ohne erkennbaren Grund. Der Schlaf: entweder völlig erschöpft oder oft nicht dran zu denken. Die Energie: Akku oft im roten Bereich. Das Gefühl für sich selbst: großes Fragezeichen.

Was in der Lebensmitte wirklich passiert

Die Wechseljahre sind keine Krankheit und kein Versagen von dir oder deinem Körper.

Sie sind eine Initiation. Eine Schwelle, die jede Frau irgendwann überquert. Diese Zeit lädt uns Frauen ein, das eigene Leben nochmal mit neuen Augen anzuschauen.

Hormonell verändert sich in dieser Phase sehr viel: Östrogen und Progesteron und viele andere körperliche Aspekte, die über Jahrzehnte den weiblichen Zyklus gesteuert haben, verändern ihren Rhythmus. Das beeinflusst nicht nur den Körper, sondern auch das Nervensystem, den Schlaf, die emotionale Verarbeitung, die Wahrnehmung von Stress. Was du früher irgendwie noch kompensieren konntest, funktioniert nicht mehr.

Klingt nach Problem… Für mich ist es jedoch eher die dringliche Einladung, genau hinzuhören, was deine innere Stimme dir schon die ganze Zeit sagen will.

Viele Frauen erleben diese Phase als freien Fall. Total fremd und ungewohnt – in sich und in ihrem Umfeld. Beziehungen verändern sich, Freundschaften passen nicht mehr, Prioritäten verschieben sich. Manche Frauen haben das Gefühl, dass sie jahrelang Dinge mitgemacht haben, die gar nicht wirklich ihre eigenen waren. Was entsteht, ist eine große Leere – und nichts, was die Lücken kurzfristig auffüllen könnte.

Klingt nicht gerade beruhigend, oder?

Das Gute ist: Es ist eine der größten Chancen im Leben einer Frau.

Was entsteht, wenn Frauen miteinander reden

Zurück zu diesem Abend im Workshop. Was dort passierte, war kein Zufall. Es war das Ergebnis eines Raumes, in dem diese eine Frau sich sicher gefühlt hat und sich getraut hat, ehrlich zu sein. Und keine von den Frauen hat sie bewertet oder gesagt: „Du bist in den Wechseljahren, das ist doch normal.“

In solchen Räumen entfaltet sich etwas, das ich Frauenweisheit nenne. Nicht im esoterischen Sinn, sondern ganz konkret: das gebündelte Wissen, die Erfahrungen, die Empfehlungen, die Beobachtungen von Frauen, die schon durch diese Phase gegangen oder gerade mittendrin sind. Das ist so unfassbar wertvoll.

Solche Räume gibt es inzwischen überall. Gerade zu den medizinisch-körperlichen Aspekten gibt es viel Information in den Medien.

Im Alltag sieht das oft noch anders aus: Unser Umfeld versucht sich wegzuducken bei diesem „Gedöns“ und deshalb kommen Frauen oft nur langsam unter ihrer Tarnkappe hervor, um miteinander zu lernen und zu erfahren, wie gut es tut, sich auszutauschen. Die Räume sind da, sie warten auf uns Frauen – vorausgesetzt, wir beginnen zu reden.

Was du tun kannst

Wenn du gerade selbst an dieser Schwelle stehst oder spürst, dass sich etwas verändert, dann ist die wichtigste Frage nicht: „Was stimmt mit mir nicht?“, sondern „Mit wem kann ich ehrlich darüber reden?“

Mein Rat für dich:
Such dir Frauen, die zuhören können, ohne sofort eine Lösung anzubieten.
Such dir Räume, in denen Stärke nicht bedeutet, alles alleine zu stemmen.
Und wenn du noch keine solchen Räume hast – dann ist es vielleicht an dir, den Anfang zu machen und so einen Raum zu schaffen.

Ich bin die Hüterin von Orten für weise Frauen.

Ich begleite Frauen an genau diesen Weggabelungen und Schwellen in der Lebensmitte und besonders in den Wechseljahren, damit sie die Übergänge gut überstehen und sich innerlich und äußerlich neu ausrichten können.

Wenn du spürst, dass du Begleitung brauchst: Ich bin da.

Kennenlerngespräch

Ich freu mich auf dich. 
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Herzensgruß,
Gunda

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