Es ist vier Uhr nachmittags.
August, es ist warm.
In diesem Moment erinnere ich mich: Nachher gleich werde ich einen Artikel für die Blogparade schreiben, zu der Céline Tüyeni, Mentorin für unaufgeregte Sichtbarkeit und Kundengewinnung aus Wien, mich eingeladen hat, denn genau jetzt ist er da, der Gedanke dazu.
Gerade knattert ein alter Trecker vorbei, wir winken uns zu.
Hin und wieder fährt ein Auto den Berg vor der Kleinen Dorfschule hoch.
Oder runter.
Ich kehre die Straße. Heute ist ein guter Tag dafür. Mein kleines Fitnesstraining, Berg hoch und Berg runter. Immer ein bisschen im Wettstreit mit dem Wind, der das trockene Laub auf seine ganz eigene Weise bewegen will.
Ein Auto hält an.
Was für ein Glück!
Der Schornsteinfeger.
Er strahlt mich an und sagt: Ich komme morgen um neun.
Morgens…
Ich schaue ihn irgendwie fassungslos an.
Geht doch, oder? Fragt er.
Und ich so: Nein, das ist mir zu früh.
Er: Zu früh??
Ich: Ja, ich arbeite nachts.
Er: Nachts…? … Okay, dann komme ich um eins.
Ich: Ja, viel besser.
Was hat das mit meinem Business zu tun, mit mir?
Nichts und gleichzeitig alles.
Ich nehme mir die Freiheit nicht nur, ich habe sie: mir die Zeit so einzuteilen, wie es mir guttut. Wie es sich für mich entspannt anfühlt und wie mein Körper leicht mit mir durch den Tag gehen kann, auch wenn richtig viel los ist.
Immer klappt‘s nicht. Umso dankbarer bin ich für jeden Tag, an dem ich morgens in Ruhe und in meiner Zeit beginnen kann. Ab zehn Uhr bin ich da. Voll und ganz. Nicht nur optisch, sondern mit allen meinen Sinnen, mit meinem ganzen Sein.
Früher…
Als ich noch im Konzern gearbeitet habe, bekam ich oft eine Extrawurst. So hieß das da, wenn eine nicht in das ‚Nine to Five‘-Schema passte. Da passte dann die Uhrzeit für mich und die Blicke und Bemerkungen um mich herum sagten etwas ganz Anderes: „Du bist schon ein bisschen komisch.“
Vielleicht war da auch ein ein wenig Neid dabei, denn ich bin sicher: Es gibt viel mehr Menschen, die eher nachts aktiv werden und die sich trotzdem aus Gewohnheit, aus Harmoniebedürfnis oder weil es gar nicht anders geht, in den „normalen Tagesablauf“ einfügen.
Ungewöhnlich oder exotisch?
Heute ist meine Zeitplanung noch immer für viele ungewöhnlich. Für mich ist sie weder exotisch noch Extrawurst. Und ich? Ich passe sehr gut in mein zeitliches Raster, in mein selbst gestaltetes Schema, das so gar kein Schema F ist. Es ist individuell wie ich es auch sonst bin, ganz gleich, ob in meiner Arbeit am Schreibtisch oder in einer intensiven Begleitung mit einer Klientin.
Was mein Leben heute darüber hinaus noch von meinem alten Leben als Führungskraft unterscheidet? Ich kann spontan entscheiden, wo ich sein will und mit wem. Ich kann meine Sachen packen und einfach losfahren. Mein Büro ist immer dabei, die Anwesenheitspflicht habe ich für mich aufgehoben. Zumindest, was einen festen Ort angeht.
Anwesend bin ich immer: in mir und mit mir.
Was für ein Geschenk. All diese wundervollen Orte, an denen ich sein kann. Fernweh war früher. Heute fahre ich einfach los: nach Bremen oder Frankfurt, in den Harz oder an den Starnberger See, nach Oldenburg oder Fulda, nach Basel oder Baden-Baden. Klingt wild, oder? Von außen betrachtet ist es das vielleicht auch. Für mich ist es der Monat August 2026.
Gegen nichts in der Welt tausche ich diese Freiheit ein.
Mein Leben als Selbständige fordert mich oft heraus, es hat immer neue „Ideen“ parat: von Steuerprüfung über Computerabsturz bis zur defekten Heizung oder der Webseite, die mitten im Launch nicht erreichbar ist. Na und? Es hat immer einen Weg oder eine Lösung gegeben.
Mir meine Lebenszeit so einzuteilen, wie es mir guttut, und meinem inneren Rhythmus zu folgen, tut auch den Frauen gut, die in meiner Begleitung sind, die zu einer Workation in die Kleine Dorfschule kommen oder die an einem Retreat oder Event teilnehmen.
Nicht nach den ungeschriebenen (oder geschriebenen) Regeln der Anderen funktionieren zu müssen ist ein kostbares Geschenk, das wir Frauen uns an jedem Tag machen können.
Mal mehr und mal weniger: Jede Minute Freiraum zählt.
Keine Sekunde meiner Freiheit würde ich je wieder hergeben.
Und du, wo kannst du dir mehr Freiheit schenken?
Herzensgruß aus der Kleinen Dorfschule
Gunda Ganga
Liebe Gunda,
wie gern würde ich Deine kleine Dorfschule mal live sehen! Ich stelle mir sie so vor wie das Haus von Peppa Wutz, oben auf dem Berg, wo es links und rechts nur runter geht. 😉
Meine Kur nächste Woche beginnt täglich um 7.00. Bin mal gespannt, wie ich das hinbekomme. Gsd gehöre ich nicht zu den Nachteulen, aber von frühmorgens hat auch niemand was gesagt 😉
Danke für Deine schönen Gedanken!
Liebe Grüße
Céline
Liebe Céline,
die Kleine Dorfschule ist tatsächlich IM Dorf, ein bisschen oberhalb vom „Zentrum“. Unten im Garten plätschert der Moosbach, überall große Bäume, Moos, ein bisschen wild.
Ich freu mich sehr auf dich, du bist immer herzlich willkommen!
Für deine Kur, für dich alles Gute!
Sieben Uhr morgens… holy… das wäre auch für mich alles Andere als erholsam.
Alles Liebe,
Gunda